TERESA IN NEUSEELAND

Am anderen Ende der Welt
 

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Hallo!

Erstmal danke für eure lieben Kommentare, die haben mich sehr gefreut.

So…was hab ich diese Woche so erlebt? (Ich muss jetzt sogar mein Tagebuch aufschlagen, weil ich nicht alles weiß )

Montag war wie immer frei, deshalb haben wir da nur ein bisschen gefaulenzt und nachmittags waren wir (Nathan und ich) Kajak fahren. Der Finlay Park liegt ja direkt am Waikato River, wir können also jederzeit losstarten. Wir sind in einen kleinen Seitenarm abgebogen und abrakadabra, aus der weiten, sanft hügeligen Flusslandschaft ist eine Art kleiner Amazonas geworden, mit schmalen Flüssen, eingekesselt von dicht bewachsenen Felsen. Das war wunderschön und wir haben nach etwa einer Stunde an einer kleinen Sandbank angelegt, sind einen Hügel hinaufgestiegen und schwupps, die Schafe, Kühe, Hügel und das Gras waren wieder da. Quatschend und tratschend sind wir dann herumspaziert und auf einmal vor einer großen Kuhweide gestanden, naja, eigentlich waren das alles junge Bullen, die als Herde auf uns zugerannt gekommen sind und dann in einem Halbkreis vor uns stehen geblieben sind und uns argwöhnisch beäugt haben. Sobald wir uns bewegt haben, sind sie alle weggerannt und sofort wieder gekommen. Seltsam, die Kühe hier.

Am selben Abend haben wir uns von Quintin die Lord of the Rings-Triologie ausgeborgt und den ersten Teil bis etwa 1 Uhr nachts angeschaut. Aber das ist ja ein Muss in Neuseeland

Dann hat auch schon wieder die Arbeitswoche begonnen.

Wir haben endlich die letzte boy’s cabin fertig bekommen, haben Rohre gelegt, wo wir den Schacht gegraben haben, haben versucht, 50-100kg Baumstümpfe aufzustapeln, aber gepaart mit einer nervigen Kuh, die uns die ganze Zeit abschlecken wollte, war das ein hoffnungsloses Unterfangen. Dienstag abend haben wir dann den 2. LotR-Teil angeschaut.

Am Mittwoch gings zuerst ans Staubwischen in den girl’s cabins, dann haben wir weiter Rohre verlegt (ein Zwischenstück ließ sich erst mit Fantasie, einer Heat Gun, Ian’s Hilfe und Muskelkraft in die richtige Form zwängen), haben die boy’s cabins endgültig aufgeräumt. Nach dem Nachmittagstee hab ich dem Geburtstagskind Quintin (er ist 30 geworden) beim Hirsche-Füttern geholfen.

Abends wollten wir den 3. Teil von LotR anschauen, aber das ging irgendwie nicht, der DVD-Player hat nur „Region Error“ angezeigt. Also haben wir die Special Features vom 2. Teil angeschaut und noch geredet.

Nathan hat mir von einem Gespräch zwischen ihm und Carlos erzählt:

N: Do you have a girlfriend back home?

C: No, no, no. (Das ist lustiger, wenn man Carlos’ Art zu sprechen kennt)

N: Do you want a girlfriend?
C: No.
N: Why not?
C: I’m not very productive…

Naja, Nathan hat mir davon erzählt und wir haben 10 Minuten lang durchgelacht, bis wir am Boden gelegen sind und keine Luft mehr bekommen haben. :D Seitdem machen wir uns darüber lustig, nicht besonders nett, aber wir haben beide redlich versucht, nett und freundlich zu Carlos zu sein, aber es ist irgendwie hoffnungslos, mit ihm reden zu wollen…

Also, ab zu Donnerstag. Matratzen in die cabins tragen (das sind immerhin 80 schwere Matratzen und zusätzlich mussten wir noch Matratzen aus den Buben- und den Mädchenzimmern austauschen), die Skating Hall vom gröbsten Dreck befreien, den Spa reinigen, die Feueralarme abnehmen, reinigen und wieder anstecken, Gras sähen und ein paar cabins noch mal den letzten Schliff geben.

Freitag: Skateboards, Inline Skates, Helme, Fahrräder, Kinderschuhe etc etc etc aus der Skating Hall entfernen, in der Dining Hall Holz stapeln und Feuer machen (ein Camp ist gegen Mittwoch gekommen: die AAs). Joan, die Köchin, ist von ihrem Amerika-Urlaub zurück gekommen und ich hab ihr etwa 3 Stunden lang geholfen, die Küche und den Waschraum zu putzen. Dann haben Carlos und ich den Workshop und den Bereich davor aufgeräumt. Glücklicherweise haben wir schon um 16 Uhr frei bekommen, weil alle Arbeit getan war.

Nachher waren wir noch in Cambridge und Hamilton. In Cambridge haben Carlos und ich einen Trekking-Rucksack gekauft, den zuerst er verwenden wird in seiner Reisezeit und dann ich in meiner. Weil es nur noch das Ausstellungsstück gab, haben wir ihn sogar um 30 NZD verbilligt bekommen und so musste jeder nur 50 NZD zahlen! Eine Mitarbeiterin von South Island hat Nathan und mir noch viele Tipps gegeben und der Nathan war davon so begeistert, dass wir uns die Arme um die Schultern gelegt haben und im Hüpfschritt zum Auto zurückgehopst sind und dabei gesungen und gejubelt haben :D

Dann in Hamilton war ich noch kurz in einem Papiergeschäft, und wir alle waren in einem Internetcafé (weil wir schon so viel vom monatlichen Fp-Internetkontingent verbraucht haben) und Lebensmittel einkaufen. Auf der Rückfahrt haben wir über Wochenendpläne geredet.

So, dann kommt noch der Samstag.

Der war eigentlich ganz in Ordnung. Irgendwie…oder naja, eigentlich langweilig, das einzige, was Nathan und ich gemacht haben, war:

AUS 10.000 feet HÖHE AUS EINEM FLUGZEUG ZU SRINGEN!!!!

OH MEIN GOTT, DAS WAR SO SO SO SO SO GENIAL!!!

FALLSCHIRMSPRINGEN! ICH LIEBE ES!!!

Und das genialste war ja, dass meine Familie nichts davon gewusst hat!

Aber das Gefühl…unbeschreiblich! Ich war irgendwie überhaupt nicht nervös und das ganze war mehr oder weniger eine Spontanaktion, eine Stunde vorher haben wir dort angerufen und gefragt, ob wir buchen müssen und nein, wir mussten nicht und sind einfach hingefahren.

Dort haben wir noch einem anderen beim Sprung zugeschaut und dann gings schon in die suits, wir haben ein 5-Minuten-Briefing bekommen, haben die harnisons umgeschnallt bekommen und auf ein Loch zwischen all den Wolken gewartet. Sobald wir eines gefunden haben, sind wir schnell schnell ins Flugzeug gesprungen und los gings!

Wir sind zu sechst in einem winzigen Flugzeug gesessen: der Pilot, Nathan mit seinem instructor Sam und ich mit Mark und dann noch ein Kameramann, dessen Helm mit Video und Fotokameras gespickt war.

Als ich gedacht habe „Hui, jetzt sind wir aber schon verdammt hoch.“ waren das gerade mal 5000 feet, also die Hälfte. Da bin ich dann doch ein ganz kleines bisschen nervös geworden, aber das war gleich wieder weg.

Ich bin als erste gesprungen. Beim Briefing haben wir den Sprung mit dem Flugzeug, aber am Boden geübt und der letzte Schritt vor dem Absprung ist es, an der Kante des Flugzeuges zu sitzen. Naja, das dachte ich zumindest und als ich auf der Kante gesessen bin (in der Luft), hat mich Mark soweit nach vorne geschoben, dass ich in der Luft gehangen bin und er an der Kante gesessen ist. Das habe ich nicht bedacht^^

Der Wind ist enorm und in einem ganz kurzen Moment direkt nach dem Absprung gibt es nur noch dich und den Wind. Man fühlt sich total winzig und um einen herum sind nur Wolken (bzw unter einem), man spürt nicht, dass der instructor an einen geschnallt ist, der Wind ist eiskalt, man fühlt sich wie ein Blatt Papier, ganz flach und irgendwie unwirklich.

Das Seltsame ist, ich hab mich nicht einen Moment unsicher gefühlt. Der Boden kommt so langsam näher, dass man nicht wirklich Angst hat. Dabei fällt man in einer irren Geschwindigkeit! Und die 35 Sekunden freier Fall vergehen so schnell, als wären es nur etwa 10 Sekunden gewesen. Dann kam auch schon das Klopfen an meine Hüfte und ich hab den Schirm geöffnet. Zuerst wird man extrem herumgebeutelt, aber dann hat Mark die Gurte ein bisschen gelockert, ich hab die Brille abgenommen und wir sind dahingesegelt. Ich durfte sogar den Schirm lenken. Das war einfach…wunderschön, entspannend und so überhaupt nicht furchteinflößend.

WOWOWOW! Ich weiß nicht, ob das eine „Once-in-a-lifetime-experience“ bleibt J

Nathan ist ja nach mir gesprungen, weil er unbedingt sehen wollte, wie ich springe. Er war sogar stolz auf mich, dass ich das gemacht habe und hat sich so für mich gefreut, dass es mir so gut gefallen hat (irgendwie entwickeln wir so eine Art Bruder-Schwester-Beziehung, so hat er es seiner Freundin erklärt^^). Wir sind beide mit einem fetten Grinser gelandet, der noch für 1 Stunde angehalten hat.

Er hat gesagt, es war erschreckend: Ich bin gesprungen und war sofort extrem weit vom Flugzeug entfernt.

Wie auch immer…Fallschirmspringen: das ist das Geld wert und jeder sollte das mal gemacht haben, es ist einfach Wahnsinn!

Und es war ja nicht nur einfach Skydiving, nein, es war Skydiving in New Zealand! Das macht schon was her.

Und als wäre das nicht genug für diesen Tag gewesen, sind wir noch hoch zu einem wunderschönen Wasserfall geklettert, dem Wairere Fall. Nathan hat den Gipfel erklommen, während ich einen atemberaubenden Blick auf den Wasserfall genossen habe und mich noch mal über diesen Tag gewundert habe: vor 1,5 Stunden noch aus dem Flugzeug gehüpft und dann einen Berg hochgewandert, um einen Wasserfall anzustarren.

Eigentlich hatten wir vor, in Taupo im Auto zu übernachten, aber dort ist nichts los und auch für den nächsten Tag hätte es nichts unglaublich Tolles zu sehen gegeben, also sind wir doch wieder zum Finlay Park gefahren.

Neuseeland überrascht mich einfach immer und immer wieder!

29.8.10 09:03

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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(29.8.10 10:59)
was machst du für sachen?? wow ich bin einfach nur baff!! deine woche klingt wirklich einmalig! so was hätte ich von ja gar nicht erwartet! Bin sehr sehr stolz auf dich wie du den Alltag (kann man das überhaupt Alltag nennen? Kajak fahren und Fallschirm springen??


Nikola (29.8.10 11:01)
Hoppala falsches knopferl gedrückt und zu früh abgeschickt ^^
also ich bin stolz auf dich wie du den "alltag" meisterst!
wenn du zeit hast schick mir vielleicht mal eine e-mail oder ein paar fotos!
hab dich ganz doll lieb!!!
Bussi


Anna (29.8.10 18:42)
Na sehr arg! :0
Wie viel hat das denn gekostet, also das Fallschirmspringen? (:
Halt uns weiter auf dem Laufenden! ich bin schon sehr gespannt auf deine weiteren Berichte (:

LG,

Anna


Saskia (31.8.10 16:07)
Einfach der Wahnsinn!! O_O
Beinahe könntest du mich dazu bewegen, das auch zu machen, aber auch nur FAST
Ich bewundere dein Engagement!

*knuddel*


selene (6.9.10 09:05)
Hey süße beneide dich sehr...hoffe es läuft weiter so toll!!!!

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